Neue Operationstechnik sorgt für eine narbenfreie Zukunft: Die Gallenblase wird durch die „Körpertüre“ Nabel aus dem Körper geschleust! Primarius Josef Trattnig erklärt, wie’s geht.
Der Nabel gilt ja gemeinhin nicht als edelster aller Körperteile. Allerdings kann er weit mehr als man ihm auf den ersten Blick zutrauen mag! So ist der Nabel etwa eine nahezu perfekte „Körpertüre“ um Organe wie die Gallenblase schonend aus dem Körper zu entfernen. „Narbenfrei“ lautet die Losung. Und Josef Trattnig, Vorstand der chirurgischen Abteilung am Deutsch-Ordens-Krankenhaus Friesach, weiß genau, wie’s geht: Schließlich bietet er diese neu entwickelte Technik namens SILS (Single Port Laparoscopic Surgery) seit kurzem an seiner Abteilung an.
Bisher war’s ja so: Per so genannter Knopflochchirurgie wurden Geräte durch drei oder vier kleine Schnitte in der Bauchdecke ins Körperinnere geschleust. Das ist nun nicht mehr notwendig: Ein einziger winziger Schnitt im Bereich des Nabels genügt, um zwei Instrumente und eine Optik einzuführen. Der Chirurg operiert sodann via Bildschirm, um es salopp zu formulieren. Klar: Der Chirurg benötigt für dieses Verfahren viel Erfahrung, für den Patienten aber liegen die Vorteile auf der Hand: Ein perfektes optisches Ergebnis aufgrund einer praktisch unsichtbaren Narbe, noch raschere Erholung und weniger Schmerzen. „Ein weiterer großer Schritt in Richtung narbenloser Chirurgie“, ist Trattnig überzeugt.
Am Krankenhaus Friesach werden übrigens bereits beinahe alle Operationen im Bauchraum minimal invasiv – also knopflochchirurgisch – durchgeführt: Dickdarm-Operationen (sowohl bei gut-, als auch bei bösartigen Veränderungen), Eingriffe am Magen, Leistenbruch oder in der Adipositas-Chirurgie. Und der Blinddarm ist der nächste Kandidat für eine Operation per „Nabelschau“.
Primarius Josef Trattnig erreichen Sie unter: Tel. (04268) 2691- 21 35
