Erste Primaria am Deutsch-Ordens-Krankenhaus


Sie hat alles, was eine Powerfrau auszeichnet: Die gebürtige Kärntnerin Veronika Freystetter (46) tritt Anfang August ihren Dienst als Primaria der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin an.




Wenn der Schlaf der kleine Bruder des Todes ist, dann ist die Narkose wohl der große Bruder: „Wir Anästhesisten versetzen den Patienten in einen tiefen Schlaf, damit die Kollegen Chirurgen ihre Arbeit verrichten können“, sagt Veronika Freystetter. Verständlich, dass sich viele Menschen vor dieser Prozedur ganz besonders fürchten – jedoch folgt die Entwarnung auf dem Fuße: „In keiner anderen Situation ist man so gut überwacht wie im Operationssaal. Sobald wir eine Entgleisung eines Systems bemerken, können wir sofort eingreifen.“
Das sagt jene Frau, die Anfang August als erste Primaria des Deutsch-Ordens-Krankenhauses ihren Dienst aufnimmt. Und sie weiß, wovon sie spricht: Nach ihrer Facharztausbildung von 1996 bis 2003 am Krankenhaus Krems (NÖ) legte sie 2007 auch die Europäische Facharztprüfung für Anästhesie und Intensivmedizin ab. Die letzten Jahre war Freystetter als Oberärztin am Krankenhaus Krems tätig, nebenbei studierte sie an der Donauuniversität Krems, Ziel ist ein MBA im Bereich „Health Service Management“. Dass sich diese Karrierechance in Friesach eröffnete, freut die gebürtige Kärntnerin, die sich für organisatorische Fragen ebenso erwärmen kann wie für ihr medizinisches Fachgebiet: „Mein Ziel ist es, einerseits den Patienten die beste medizinische Hilfe zukommen zu lassen, andererseits ein kommunikatives und förderndes Arbeitsklima für die Mitarbeiter zu schaffen.“ Dass Freystetter „neue Impulse“ im Haus setzen wird, davon ist auch Primarius Felix Waidmann, ärztlicher Leiter des Deutsch-Ordens-Krankenhauses, überzeugt.
Dass Familie und Spitzenjob sehr wohl vereinbar sind, belegt Freystetter eindrucksvoll: Die Erziehung ihrer drei Söhne, die mittlerweile zwischen 12 und 15 Jahre alt sind, bewältigte sie ohne auch nur einen einzigen Pflegetag in Anspruch zu nehmen. Klar: Wer täglich den OP organisiert, dem gelingt es auch, die Familie professionell zu managen.