A N Ä S T H E S I E


An der Anästhesieabteilung unseres Hauses kommen alle derzeit gebräuchlichen Anästhesieverfahren sowohl der Allgemein- als auch der Regionalanästhesie und deren Kombinationen zur Anwendung, einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Überwachung und Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Körperfunktionen während operativer und diagnostischer Eingriffe.

Den Patienten kommt zugute, dass in letzter Zeit zunehmend Medikamente für die Anästhesie zur Verfügung stehen die sehr gut verträglich und besonders gut steuerbar sind.

Viele Patientinnen und Patienten, die sich noch an die Narkosen in den 70-iger Jahren und früher erinnern sind oft erstaunt, wie schnell sie heute nach einer Narkose wieder wach und orientiert sind.

Wenn es der operative Eingriff zulässt können Patienten meist frühzeitig wieder trinken und essen, Übelkeit und Erbrechen nach Narkosen sind deutlich seltener geworden.

Neben der Entwicklung und Einführung moderner Narkosemedikamente sind für die Patientensicherheit und die Qualität der Anästhesie im besonderen Maße die fachliche Kompetenz von Ärzten und Pflege sowie die medizintechnische Ausstattung einer Anästhesieabteilung von Bedeutung.

Der Spitalsleitung ist es ein besonderes Anliegen durch konsequente Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen zeitgemäßen Standard zu gewährleisten, andererseits wurden in letzter Zeit am medizintechnischen Sektor großzügige Investitionen getätigt sodass der Abteilung nunmehr Behandlungs- und Überwachungssysteme neuerster Technologie zur Verfügung stehen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Anästhesiearten:

  1. Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
  2. Regionalanästhesie (örtliche Betäubung, „Teilnarkose“)
  3. Kombination beider Techniken

Vorbereitung und Patienteninformation

Vorbereitung und Patienteninformation

Die bei Ihnen geplante Operation soll in Schmerzfreiheit (Anästhesie) durchgeführt werden. Dazu müssen Sie vor dem Eingriff (spätestens am Vortag oder früher) von einem/r Anästhesisten/Anästhesistin (Narkosearzt) untersucht und hinsichtlich aller anästhesierelevanten Angelegenheiten aufgeklärt werden.

Sie sprechen mit ihm/ihr über Ihre Operation und das für Sie am besten geeignete Betäubungsverfahren.

Dieses Aufklärungsgespräch, welches aus rechtlichen Gründen zwingend erforderlich ist, findet in unserem Haus für alle gehfähigen Patienten in einem speziellen Besprechungsraum („Anästhesievorbereitung“) statt, welcher sich ebenerdig, in der Nähe des Einganges zur Intensivstation befindet.

Nicht gehfähige Patienten werden vom Narkosearzt in ihrem Zimmer besucht.

Zum Aufklärungsgespräch bringen Sie bitte mit:

  1. den ausgefüllten Anästhesieaufklärungsbogen (wird Ihnen auf der Station ausgehändigt)
  2. die vollständigen Patientenunterlagen einschließlich aller erhobenen Befunde
  3. eine Liste der von Ihnen regelmäßig eingenommenen Medikamente
  4. eventuell vorhandener Allergiepass


Für den Narkosearzt von Interesse ist nicht nur die Erkrankung deretwegen Sie sich nunmehr in Behandlung begeben sondern auch alle anderen Beschwerden wegen derer Sie möglicherweise in ärztlicher Behandlung sind oder waren, aber auch alle Medikamente die Sie einnehmen, außerdem auch alle bei Ihnen schon möglicherweise durchgeführte Narkosen.

Der Erfassung dieser Informationen dient der Aufklärungsbogen, dessen Frageteil Sie soweit möglich schon vorab ausfüllen sollten.

Der Narkosearzt wird diese Informationen zusammen mit den von Ihnen mitgebrachten Untersuchungsbefunden mit Ihnen erörtern und bewerten.

Danach wird Ihnen das für Sie und die geplante Operation am besten geeignete Narkoseverfahren erläutert, außerdem werden Ihnen Hinweise für Ihr Verhalten vor und nach der Narkose gegeben.

Besprochen werden ebenfalls Alternativen bzw. Ergänzungen der Narkose, hinsichtlich eines möglichen Aufenthaltes auf der Intensivstation und der vorgesehenen Schmerztherapie.

Schließlich werden Risiken und mögliche Komplikationen im Rahmen einer Voll- oder Teilnarkose angesprochen und schriftlich dokumentiert – alle Ihnen wichtig erscheinenden Fragen sollten Sie bei diesem Gespräch dem Narkosearzt stellen.

Erst durch Ihre Unterschrift am Aufklärungsbogen ermächtigen Sie den Narkosearzt,
das besprochene und schriftlich festgehaltene Narkoseverfahren zur vorgesehenen Operation durchzuführen.

Für Patienten, die sich einem tageschirurgischen Eingriff unterziehen, also in der Regel sich erst am Morgen des OP-Tages im Krankenhaus einfinden und dieses am selben Tag wieder verlassen, gelten die selben Notwendigkeiten wie oben beschrieben.
Die Anästhesieambulanz steht Ihnen von Montag bis Freitag in der Zeit von 9.00 bis 16.00 zur Verfügung.

 

Durchführung der Allgemeinanästhesie (Vollnarkose

Durchführung der Allgemeinanästhesie (Vollnarkose

Anästhesie bedeutet Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung.

Moderne Anästhesietechniken ermöglichen schmerzlose, sichere Operationen und diagnostische Eingriffe.

Durch sehr wirkungsvolle Schmerz- und Schlafmittel wird die Schmerzwahrnehmung im Gehirn soweit unterdrückt, dass Schmerzreize nicht wahrgenommen werden und nicht erinnerlich sind, während einer Vollnarkose schlafen Sie also, Sie sind bewusstlos.

Die Narkoseeinleitung erfolgt in aller Regel über eine Medikamentengabe in die Vene – dadurch wird eine rasches und angenehmes Einschlafen bewirkt, die Aufrechterhaltung der Narkose erfolgt durch kontinuierliche intravenöse Gabe von hochwirksamen Schlaf- und Schmerzmitteln oder durch Beimischung eines Narkosegases zur Atemluft.

Da während einer Allgemeinnarkose die Spontanatmung (selbständiges Atmen) durch Medikamentenwirkung aufgehoben bzw. medikamentös absichtlich unterdrückt wird ist es notwendig nach Einleitung der Narkose (wenn der Patient schon schläft) einen Beatmungsschlauch („Tubus“) in die Luftröhre einzuführen („Intubation“) und die Beatmung des Patienten maschinell aufrecht zu erhalten.

Der Vorgang der Intubation kann sich in seltenen Fällen schwierig gestalten und zu einer Beschädigung von Zähnen oder Zahnersatzteilen führen.

Schon während der Operation wird durch Gabe von stark  wirksamen Schmerzmitteln Vorsorge getroffen, dass Sie aus der Narkose weitgehend schmerzfrei erwachen und keine Erinnerung an den Eingriff selbst haben.

Risiken einer Allgemeinanästhesie

Risiken einer Allgemeinanästhesie

Nach jeder Narkose können für den Patienten unangenehme aber in der Regel  kurzdauernde Nebenwirkungen auftreten.

Hiezu gehören vor allem Übelkeit und Erbrechen, Halsschmerzen, Venenentzündungen oder Blutergüsse und Schmerzen im Einstichbereich von Kanülen und Kathetern.

Narkosen sind heute sehr sicher, ständige Betreuung durch den Anästhesisten und engmaschige Überwachung mit Hilfe technischer Geräte haben das Risiko ernsthafter Zwischenfälle erheblich verringert.

Zu den seltenen aber ernstlichen Komplikationen zählt das Eindringen von Magensaft oder Mageninhalt in die Lunge (Aspiration) mit der Gefahr des Auftretens einer gefährlichen Lungenentzündung.

Die Aspirationsgefahr ist erhöht bei „nicht nüchternen“ Patienten (d.h. bei nicht leerem Magen), deswegen ist es wichtig, dass vor Einleitung einer Allgemeinnarkose einige Stunden nicht gegessen, getrunken oder geraucht wird.

Nach jeder Narkose können für den Patienten unangenehme aber in der Regel  kurzdauernde Nebenwirkungen auftreten.

Hiezu gehören vor allem Übelkeit und Erbrechen, Halsschmerzen, Venenentzündungen oder Blutergüsse und Schmerzen im Einstichbereich von Kanülen und Kathetern.

Narkosen sind heute sehr sicher, ständige Betreuung durch den Anästhesisten und engmaschige Überwachung mit Hilfe technischer Geräte haben das Risiko ernsthafter Zwischenfälle erheblich verringert.

Zu den seltenen aber ernstlichen Komplikationen zählt das Eindringen von Magensaft oder Mageninhalt in die Lunge (Aspiration) mit der Gefahr des Auftretens einer gefährlichen Lungenentzündung.

Die Aspirationsgefahr ist erhöht bei „nicht nüchternen“ Patienten (d.h. bei nicht leerem Magen), deswegen ist es wichtig, dass vor Einleitung einer Allgemeinnarkose einige Stunden nicht gegessen, getrunken oder geraucht wird.

Selten kommt es zum Auftreten von Zahnschäden oder Verletzungen im Mund- und Kehlkopfbereich verbunden mit Heiserkeit und Schluckbeschwerden.

Ebenfalls selten sind ernsthafte Herz-, Kreislauf- oder Beatmungsprobleme sowie Lähmungen und Gefühlsstörungen an Armen und Beinen hervorgerufen durch Druck auf Nerven während der Narkose, sie bilden sich meist innerhalb absehbarer Zeit (Wochen bis Monate) von selbst zurück.

Eine äußerst seltene aber gefährliche Komplikation ist das sog. Narkosefieber (maligne Hyperthermie), eine plötzliche Entgleisung des Muskelstoffwechsels unter Narkose.

Bei größeren Eingriffen oder bei erhöhtem Narkoserisiko infolge von Vorerkrankungen sind häufig weitere Maßnahmen nötig, welche der umfassenden Überwachung des Patienten dienen.

Dazu zählen zB. Das Einlegen eines sog. zentralvenösen Katheters, arterielle Blutdruckmessung, Magensonde, Harnkatheter u.a.

Im Aufklärungsgespräch können Sie über mögliche Komplikationen dieser zusätzlichen Maßnahmen genauer informiert werden.

 

Regionalanästhesie („Teilnarkose“)

Regionalanästhesie („Teilnarkose“)

Bei einer Regionalanästhesie wird nur jenes Körperareal betäubt welches operiert wird.

Sie bleiben weitgehend wach, spüren aber keine Schmerzen, bei Bedarf oder auf Ihren Wunsch hin verabreichen wir auch ein Beruhigungsmittel, sodass Sie gegebenenfalls kurz einschlafen.

Während die Allgemeinanästhesie auf einer Unterdrückung der Schmerzwahrnehmung im Gehirn beruht, bedient sich die Regionalanästhesie einer Unterbrechung der Schmerzleitung zwischen dem Operationsgebiet und dem Gehirn.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  1. rückenmarknahe Techniken
  2. rückenmarkferne, periphere Techniken

 

Zum Ersteren gehört z.B. der sog. Kreuzstich (lumbale Spinalanästhesie).

Hierbei wird im Bereich der Lendenwirbelsäule, aber unterhalb des Bereichs des Rückenmarks, nach vorheriger oberflächlicher Betäubung, ein Mittel (Lokalanästhetikum) in den Wirbelsäulenkanal eingebracht welches die zur unteren Körperhälfte ziehenden Nervenstränge umspült und die Nervenleitung für einige Stunden blockiert.

Der Effekt ist eine komplette Betäubung der unteren Körperhälfte, sodass operative Eingriffe oder Untersuchungen unterhalb des Nabels absolut schmerzfrei durchgeführt werden können.

Die Betäubung umfasst allerdings auch die motorischen Nervenfasern was für den Patienten bedeutet, dass während der Wirkzeit eine Lähmung der Beine mit einher geht.

Während bei der Spinalanästhesie („Kreuzstich“) ausschließlich die untere Körperhälfte betäubt werden kann, gelingt es mittels der sog. Epiduralanästhesie auch höher gelegene Körperregionen (Oberbauch- und Brustbereich) zu anästhesieren.


Dieses Verfahren wird zumeist in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie eingesetzt und eignet sich insbesondere auch zur effektiven Schmerztherapie nach Eingriffen im Brust- und Oberbauchbereich.

Bei den sog. peripheren Nervenblockaden handelt es sich um die Betäubung einzelner Nerven oder Nervengeflechte, welche eine Schmerzfreiheit bestimmter Regionen – eines Armes oder Beines – herbei führen.

Ähnlich wie bei der Epiduralanästhesie können auch bei peripheren Blockaden feine Schmerzkatheter in die Nähe von Nerven oder Nervengelechten gelegt werden und diese für einige Tage nach Operationen zur effektiven Schmerztherapie benützt werden.

Praktisch bedeutsam sind diese Verfahren bei unfallchirurgischen oder orthopädischen Eingriffen an Armen und Beinen.

 

Risiken einer Regionalanästhesie

Risiken einer Regionalanästhesie

Bei rückenmarknahen Verfahren (sog. Kreuzstich) können während der Operation Blutdruck- und Pulsabfälle auftreten, einige Stunden andauernde Schwierigkeiten beim Harnlassen, einige Tage anhaltende Kopfschmerzen, Brechreiz, Seh- und Hörstörungen, Schwindel sowie Missempfindungen (Kribbeln, Taubheitsgefühl) im Beinbereich bestehen bleiben.

Selten treten Rückenschmerzen auf, die Tage bis Wochen bestehen bleiben können.

Sehr selten kann es zu Blutungen und Infektionen im Rückenmarkskanal kommen, die vorübergehende oder dauerhafte Störungen der betroffenen Nerven zur Folge haben können, einhergehend mit Schmerzen, Gefühlsstörungen bis hin zu Querschnittslähmungen mit Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen.

Komplikationen im Rahmen peripherer Nervenblockaden durch Blutergüsse, Infektionen oder direkter Nervenschädigung sind selten und können sich äußeren in Form von Tage bis Wochen anhaltenden Missempfindungen, Taubheitsgefühl oder Lähmungen im Versorgungsbereich des betreffenden Nerven oder Nervengeflechtes.